Alle Artikel in: Anthologien

In dieser Kategorie erscheinen alle Geschichten, die in Anthologien, zusammen mit den Texten anderer Autoren erschienen.

Diese Anthologie enthält eine gekürztes Kapitel aus meinem Buch »Feuervogel«

… denk ich an Hamburg

… DENK ICH AN HAMBURG HAV – das ist die Hamburger Autorenvereinigung. Meine Geschichte in diesem Band heißt ‚Sturmflut‘ und ist eigentlich das zusammengestrichene erste Kapitel des Romans ‚Feuervogel‘. So was macht mir Spaß; es ist ein Spielen mit Worten. Deshalb kann ich prima meine eigenen Texte zusammenkochen oder auseinanderziehen. Selbst zu kürzen macht mir sehr wenig aus. Es bereitet mir allerdings ziemliche Schmerzen, wenn ein Anderer in meinen Texten herumstreicht, womöglich auch noch, ohne vorher mit mir darüber gesprochen zu haben!  

Weihnacht

WEIHNACHT Auch in dieser Anthologie ist meine Geschichte keine Geschichte, sondern ein von mir zusammengestrichenes Kapitel aus einem Roman, in diesem Fall ‚Der Winter der Libelle‘. Das ist nicht unüblich. Gerade bekanntere Namen (solche, die auf dem Schutzumschlag angegeben werden), machen sich’s auf diese Art gern leicht. Auszüge aus Romanen haben so was Snobistisch-Etabliertes, als hätte der Künstler nicht genug Zeit für einen Sammelband oder als wäre ihm das zu piefig. Um ganz ehrlich zu sein, finde ich es sehr viel netter, für ein Buch, das gesammelte Geschichten enthalten soll, eine Geschichte zu schreiben. Oder jedenfalls eine schon Geschriebene rauszusuchen, die passt.

Meere

MEERE Meine Geschichte in der Anthologie heißt ‚Seefahrt tut weh.‘ Sie ist alt, wenn auch überarbeitet. In meiner zarten Jugend machte ich mal einen fünf Tage dauernden Segelturn auf einer alten Weserjolle mit. Ich konnte damals nicht mal schwimmen. Es war Oktober, nass und stürmisch. Die Crew bestand aus meinem Freund, der zwar einen Segelschein, aber wenig Erfahrung besaß, mir (ohne jede Ahnung von der christlichen oder irgendeiner anderen Art von Seefahrt) und zwei Landratten aus Schwaben. Sie flirtete fortgesetzt mit meinem Freund, der dafür nicht unempfänglich war (zumindest, bis sie sich mitten im Schiff auf seinen Lieblingspullover übergeben musste) und er schleppte einen Riesenpacken Bücher mit sich, die er endlich mal in Ruhe lesen wollte. Wenn mein Freund also irgendwo auf dem Kahn mit überschnappender Stimme nach dem zweiten Mann schrie – er möge sofort dies und das fest halten oder anbinden oder reffen oder so – dann pflegte der gemütvoll zu erwidern: „Ha, glei – will nur halt schnell des Kapitle zuend lese, gell?“ Es war ein totaler Albtraum. Selten haben fünf Tage …