Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hamburg

Der Stern der Elbe

DER STERN DER ELBE Irgendwie überkam mich plötzlich die Lust, mal eine Familiensaga zu schreiben. Ich raffte einen kleinen Rest meiner Heldin Lene aus der ‚Friedensnacht‘ zusammen und verpackte sie in eine etwas andere Vita. Familie Reckwisch besitzt ein Kaffee-Haus, später ein Restaurant namens ‚Stern‘ in Altona. Lene heißt nun Henrietta oder Jetta, ist aber dasselbe kleine Biest, das weiß, was es will. Um sie herum entwickeln sich ihre Geschwister, der ehrgeizige Erich, der schöne, gefährliche Fritz, die freundliche, plumpe Fiti und, am Rande, die Tochter der Haushälterin, die kleine Irma, seit ihrer Kindheit in Erich verliebt … Der erste Teil beginnt gleich nach dem ersten Weltkrieg und endet im Herbst 1928. Ich möchte aber sehr gerne eine Fortsetzung schreiben, mindestens die nächsten zehn Jahre der Familie. Und von mir aus noch viel mehr. Ich liebe die Reckwischs …

Diese Anthologie enthält eine gekürztes Kapitel aus meinem Buch »Feuervogel«

… denk ich an Hamburg

… DENK ICH AN HAMBURG HAV – das ist die Hamburger Autorenvereinigung. Meine Geschichte in diesem Band heißt ‚Sturmflut‘ und ist eigentlich das zusammengestrichene erste Kapitel des Romans ‚Feuervogel‘. So was macht mir Spaß; es ist ein Spielen mit Worten. Deshalb kann ich prima meine eigenen Texte zusammenkochen oder auseinanderziehen. Selbst zu kürzen macht mir sehr wenig aus. Es bereitet mir allerdings ziemliche Schmerzen, wenn ein Anderer in meinen Texten herumstreicht, womöglich auch noch, ohne vorher mit mir darüber gesprochen zu haben!  

Das Cover meines Weihnachtsgeschichten-Bandes »Nachtschicht für Engel«

Nachtschicht für Engel

NACHTSCHICHT FÜR ENGEL Nachstehende Rezension erschien im Internet-Portal Kultur-Port: Man muss dem Langen-Müller-Verlag bescheinigen, dass die Ausstattung dieses Buches einfach gelungen ist. Klein und schmal passt es in eine Wintermanteltasche: sehr zweckmäßig, da es sich bestens als Mitbringsel der Adventszeit ‚statt Blumen‘ empfiehlt. Gehalten ist der Titel in den durchaus zum Thema passenden Farben Schneeweiß (der Hintergrund) Weihnachtsmannrot und Himmelblau. Da fährt er, Santa, bequem zurückgelehnt auf seiner Harley, nix mit Rentieren und Schlitten. Das ist zwar die Illustration zu einer der Erzählungen, nämlich der titelgebenden, ‚Nachtschicht für Engel‘, doch es umreißt auch, wie Dagmar Seifert in diesem Buch Zimt- und Pfefferkuchenduft mit Kettenfettgeruch mischt. Im Übrigen handelt es sich in der speziellen Geschichte tatsächlich bei dem Motorradfahrer keineswegs um einen Weihnachtsmann, sondern um einen Altrocker. Aber das tut nichts, die Stilisierung des Graphikers passt sehr gut. Acht Geschichten beinhaltet das Bändchen. Christliche? Bedingt. Jesus taucht auf, wenn auch nur als Krippenfigur, aber bereits dieses Stückchen Holz bewirkt Gutes für eine Familie mit gescheiten und selbstbewussten Kindern, etwas hilfloseren Eltern, dem arroganten Liebhaber der Mutter …

Nicht nur das Cover habe ich selbst illustriert, auch der Innenteil enthält zahlreiche Bilder aus meiner Feder

Friedensnacht

FRIEDENSNACHT Der erste Weltkrieg hat mich schon immer fasziniert. 2011 und 2012 recherchierte ich wie verrückt für einen Roman, der im Jahr 1914 anfangen sollte. Die Heldin, Helene oder Lene, ist ein Spürchen älter als das Jahrhundert, bei Kriegsbeginn sechzehn Jahre. Während ihr Vater an der Front ist, erfährt Lene, dass ihre Stiefmutter Gerda mit einem jungen Offizier durchbrennen will. Um das zu verhindern, trifft sie sich selbst am Weihnachtsabend mit dem Mann und erreicht, dass er sich stattdessen mit ihr verlobt. Als sie herausfindet, dass dieser Abend nicht ohne Folgen blieb, ist ihr Verlobter schon gefallen. Obwohl sie sich mit Gerda eigentlich überhaupt nicht versteht, kommen die beiden in diesem Fall zu einer Übereinkunft: Die Stiefmutter gibt Lenes Sohn als ihr eigenes Kind aus. Gegen Ende des ersten Weltkriegs trifft Lene sich in Frankreich (wie sie glaubt, aus romantischen Gründen) mit einem jungen Soldaten, der sie mit einem Schlafmittel betäubt, um in ihren Kleidern und sogar mit ihren abgeschnittenen langen Locken unter dem Hut zu desertieren. Sie erwacht unbekleidet, mit ganz kurzem Haar und zieht, um sich irgendwie …

Das Buchcover ziert eine flammendroter Feuervogel

Feuervogel

FEUERVOGEL Die Außenseiterin Merle wird vom verprügelten Kind zur selbstbewussten Restaurantbesitzerin. Ein chaotischer Roman und eine Liebeserklärung an das Vorbild für Butz Voss: meinen Vater. Dem ist das Buch auch gewidmet – leider wurde das im Hardcover versehentlich vergessen und tauchte nur in der Taschenbuchausgabe auf. Und in der Taschenbuchausgabe sind auch die schrecklich falschen italienischen Redewendungen berichtigt, von denen keiner weiß, wie sie entstehen konnten … Die Geschichte ist sehr autobiographisch und ich schrieb mich so in Rage, dass alles urplötzlich auf mehr als 700 Seiten angeschwollen war. Etwa 350 sollten es aber werden … Also kürzte ich an einem verzweifelten Wochenende viele Handlungsstränge und entfernte ganze Personen aus der Geschichte. Das hat ihr nicht unbedingt gut getan und es blieben immer noch fast 500 Seiten übrig. Ich finde sie stilistisch recht unharmonisch. Trotzdem haben mir viele Leserinnen erklärt, gerade der Feuervogel sei ihr Lieblingsbuch! Viele mögen natürlich das Opilein. Und ausgerechnet das ist eine komplette Erfindung. Opilein nimmt gewissermaßen den Platz meiner Mutter ein. Die hätte es nämlich nicht ausgehalten, nochmal lesen zu …