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Das Mittwochszimmer

DAS MITTWOCHSZIMMER „Wo haben Sie bloß immer die Ideen her?“, dürfte die am häufigsten gestellte Frage nach Lesungen sein. Aber ich jage ja nicht nach Ideen – sie sind überall, viel mehr, als man jemals verwenden könnte. Den Kern zu diesem Roman schenkte mir eine Bekannte beim Nachmittagskaffee. Sie kannte eine Frau, die über mehr als vierzig Jahre einen Geliebten hatte samt gemeinsamem Kind. Er war, aus verschiedenen komplizierten (wirtschaftlichen) Gründen, in dieser Zeit zweimal anderweitig verheiratet und hatte eigene Kinder. Trotzdem trafen die beiden sich an einem bestimmten Tag jede Woche und verreisten manchmal sogar miteinander. Und sie hoffte über diese gesamte Zeit fortgesetzt, er würde sie eines Tages doch mal heiraten. Inzwischen machte sie Karriere in ihrem Job, zog das Kind alleine groß und entwickelte sich weiter, ohne es zu merken. Und so wird sie weiter hoffen, bis einer von beiden stirbt oder die Welt untergeht … Ich machte daraus meine Heldin Conny und dachte darüber nach, wie sie wohl reagieren würde, erfolgreich und weiterentwickelt, wenn der inzwischen leicht gebeugte und etwas angegraute …

Das Buchcover zu: Die rosa Hälfte des Himmels, Verlag Langen Müller

Die rosa Hälfte des Himmels

DIE ROSA HÄLFTE DES HIMMELS Mein erster veröffentlichter Roman: Die Geschichte einer Frau, die Probleme mit Männern hat und von ihrer sehr unkonventionellen Großmutter eine Art Partnerschaftsschulung erhält. Ich beschrieb darin unter anderem die Jugend-Geschichte meiner Zigeunergroßmutter, die ich allerdings selber nie kennengelernt habe; sie starb vor meiner Geburt. Vieles schöpfte ich aus dem wirklichen Leben. Nach einer Scheidung und einigen Jahren als sehr alleinerziehende Mutter waren mein Sohn und ich mit meiner Freundin Muckel und ihren Hunden und Katern zusammen auf’s Land gezogen. Muckel und ich machten verschiedene, teilweise recht skurrile Erfahrungen mit Männern, die wir ‚ÜOs‘ tauften, als Kürzel für Übungsobjekte. Wir entwickelten die Idee, dass das Leben (und die Liebe) gelernt sein will wie ein Computerspiel und besprachen gern bei einer guten Tasse Tee unsere Fortschritte anhand der ÜOs durch die verschiedenen Level. Auf diese Art wurde sogar Liebeskummer amüsant. Die Hörkassette habe ich selbst besprochen, unter der Regie von Dagmar Ponto. Den Titel dachte sich die damalige Verlagsleiterin aus. Sie war sehr stolz darauf. Ich sah schließlich ein, dass er tatsächlich Bezug …