Autor: hajoschneider

Der Stern der Elbe

DER STERN DER ELBE Irgendwie überkam mich plötzlich die Lust, mal eine Familiensaga zu schreiben. Ich raffte einen kleinen Rest meiner Heldin Lene aus der ‚Friedensnacht‘ zusammen und verpackte sie in eine etwas andere Vita. Familie Reckwisch besitzt ein Kaffee-Haus, später ein Restaurant namens ‚Stern‘ in Altona. Lene heißt nun Henrietta oder Jetta, ist aber dasselbe kleine Biest, das weiß, was es will. Um sie herum entwickeln sich ihre Geschwister, der ehrgeizige Erich, der schöne, gefährliche Fritz, die freundliche, plumpe Fiti und, am Rande, die Tochter der Haushälterin, die kleine Irma, seit ihrer Kindheit in Erich verliebt … Der erste Teil beginnt gleich nach dem ersten Weltkrieg und endet im Herbst 1928. Ich möchte aber sehr gerne eine Fortsetzung schreiben, mindestens die nächsten zehn Jahre der Familie. Und von mir aus noch viel mehr. Ich liebe die Reckwischs …

Ich bin Du und Du bist tot

ICH BIN DU UND DU BIST TOT Zwei Frauen geraten nach einem Unfall ins Koma, die eine stirbt, die andere kommt im falschen Körper zu sich und muss sich in einem ihr unbekannten Leben zurecht finden. Sicherlich der schönste Titel, oder? Der fiel meiner Lektorin Tanja Frei ein. Vor Jahren las ich in einem Readers Digest von zwei Personen, die in New York in einen Unfall verwickelt waren und hinterher jeweils im Körper des anderen steckten. Das fand ich so faszinierend, dass ich mir vornahm, irgendwann irgendwas daraus zu machen. Dieser Roman ist gleichzeitig Krimi und Mystery und Liebesgeschichte – und niemand hat mir das vorgeworfen! Sonst möchten die Leser und die Verlage das nämlich immer ganz gern sauber trennen, um zu wissen, in welche Schublade sie denn nun greifen. Übrigens wohnt die Heldin ganz in der Nähe von Kerstin aus der Lavendelfrau. Die eine in Uetersen, das ich Pottschrapels genannt habe, die andere ein paar Schritte weiter in Lander mit Blick in die Marsch – und das heißt im Buch Pandersen.

Das Mittwochszimmer

DAS MITTWOCHSZIMMER „Wo haben Sie bloß immer die Ideen her?“, dürfte die am häufigsten gestellte Frage nach Lesungen sein. Aber ich jage ja nicht nach Ideen – sie sind überall, viel mehr, als man jemals verwenden könnte. Den Kern zu diesem Roman schenkte mir eine Bekannte beim Nachmittagskaffee. Sie kannte eine Frau, die über mehr als vierzig Jahre einen Geliebten hatte samt gemeinsamem Kind. Er war, aus verschiedenen komplizierten (wirtschaftlichen) Gründen, in dieser Zeit zweimal anderweitig verheiratet und hatte eigene Kinder. Trotzdem trafen die beiden sich an einem bestimmten Tag jede Woche und verreisten manchmal sogar miteinander. Und sie hoffte über diese gesamte Zeit fortgesetzt, er würde sie eines Tages doch mal heiraten. Inzwischen machte sie Karriere in ihrem Job, zog das Kind alleine groß und entwickelte sich weiter, ohne es zu merken. Und so wird sie weiter hoffen, bis einer von beiden stirbt oder die Welt untergeht … Ich machte daraus meine Heldin Conny und dachte darüber nach, wie sie wohl reagieren würde, erfolgreich und weiterentwickelt, wenn der inzwischen leicht gebeugte und etwas angegraute …

Buchcover Die Lavendelfrau von Dagmar Seifert

Die Lavendelfrau

DIE LAVENDELFRAU Eine Frau bildet sich ein, für alles und jeden verantwortlich zu sein und wird daraufhin von allen ausgenutzt. Schließlich flüchtet sie nach Kanada und lernt dort eine Portion ‚Gut-sein-lassen‘. Mit Kerstin, die überall Ordnung und Pläne machen und Listen schreiben muss, hab ich viel gemeinsam. Kerstin ist in der Jungfrau geboren (ich erstelle meinen Romanfiguren oft Horoskope), daraus ergibt sich ihre Vorliebe für Struktur. Ich selbst habe einen Jungfrau-Aszendenten (für Leute, die es interessiert.) Von 1979 bis 1986 verbrachte ich jeden Sommer mehrere Monate in Kanada am Lake Huron. Und – jetzt kann ich es ja zugeben – ich hatte tatsächlich Unterricht im ‚Western Style-Reiten‘ bei einem sehr interessanten Halbindianer mit grünen Augen. Soviel ich weiß, ist er inzwischen Kameramann beim Fernsehen in Toronto. Ich liebe Kanada und habe manchmal noch Heimweh nach dem See und den herzlichen, humorvollen Kanadiern.

Ein silbergrüner Wasserfall

EIN SILBERGRÜNER WASSERFALL Bis jetzt und vielleicht ein für alle Mal mein lustigstes Buch. Und es trieb sich zwei Wochen lang auf der Bestsellerliste der Zeitschrift BILD DER FRAU herum. Womit es mich ganz unverhofft zu einer Bestsellerautorin machte … Ein dickes, mürrisches, ziemlich einsames Mädchen ändert nahezu alles an sich, sogar den Namen, um den Mann ihrer Träume zu erhaschen. Sie wird schlank und erfolgreich und schafft sich eine Menge interessanter und liebenswerter Freunde an. Dörthe oder Dodo ist die Heldin, mit der ich am wenigsten gemeinsam habe. Weder kann ich singen noch trage ich Kontaktlinsen. Und mit meiner Linie musste ich auch nicht besonders kämpfen, was ein Segen ist, weil ich schrecklich gern esse.  

Das Buchcover zu: Die rosa Hälfte des Himmels, Verlag Langen Müller

Die rosa Hälfte des Himmels

DIE ROSA HÄLFTE DES HIMMELS Mein erster veröffentlichter Roman: Die Geschichte einer Frau, die Probleme mit Männern hat und von ihrer sehr unkonventionellen Großmutter eine Art Partnerschaftsschulung erhält. Ich beschrieb darin unter anderem die Jugend-Geschichte meiner Zigeunergroßmutter, die ich allerdings selber nie kennengelernt habe; sie starb vor meiner Geburt. Vieles schöpfte ich aus dem wirklichen Leben. Nach einer Scheidung und einigen Jahren als sehr alleinerziehende Mutter waren mein Sohn und ich mit meiner Freundin Muckel und ihren Hunden und Katern zusammen auf’s Land gezogen. Muckel und ich machten verschiedene, teilweise recht skurrile Erfahrungen mit Männern, die wir ‚ÜOs‘ tauften, als Kürzel für Übungsobjekte. Wir entwickelten die Idee, dass das Leben (und die Liebe) gelernt sein will wie ein Computerspiel und besprachen gern bei einer guten Tasse Tee unsere Fortschritte anhand der ÜOs durch die verschiedenen Level. Auf diese Art wurde sogar Liebeskummer amüsant. Die Hörkassette habe ich selbst besprochen, unter der Regie von Dagmar Ponto. Den Titel dachte sich die damalige Verlagsleiterin aus. Sie war sehr stolz darauf. Ich sah schließlich ein, dass er tatsächlich Bezug …