Dagmar Seifert

Dagmar Seifert

Journalismus Neueres
Mit dem Anfang des Jahrtausends begann sich der Internet-Journalismus zu entwickeln.
Meine ersten Erfahrungen damit sammelte ich in der Redaktion des Portals das Jürgen Hunke ins Leben gerufen hatte.
Wir arbeiteten in einem der schönsten Redaktionsräume, in denen ich je gesessen habe: asiatisch, Gold und Lackschwarz, einfach perfekt, in einem der Häuser, die Hunke im Mittelweg in Hamburg besitzt. Im Nebenzimmer lächelte seine Sammlung von tausend Buddhas jeder Größe vor sich hin.
Ab und zu erschien der Boss, indem er einem Auto entstieg, das seine Türen über dem Kopf zusammenschlug. Manchmal trug er seine entzückende, mandeläugige kleine Tochter auf dem Arm.
Jürgen Hunke ist bekanntlich ein höchst interessanter Charakter, und da auch ich weniger sanftmütig bin, als ich aussehe, dauerte es nicht lange, bis ich im hohen Bogen aus dem chinesischen Pavillon flog.
Immerhin habe ich dort, abgesehen von einigen wenigen Reportagen und Interviews, die Liebeserklärung an Hamburg geschrieben, die mir selbst sehr gut gefällt. (Liebe ist ja immer etwas Schönes.)
Nicht sehr viel später entstand das Internet-Forum unter der Regie meines guten, von mir sehr bewunderten Freundes Claus Friede. Ein paar Jahre lang war ich ziemlich engagiert, ich wurde sogar die ‚stellvertretende Chefredakteurin‘, was sicher alle Leute gewundert hat, die immer davon ausgingen, dass ich es nie zu etwas bringe… ☺
Es ist leider eine Zeitfrage. Immer noch würde ich riesig gern mehr für kultur-port schreiben, vor allem Filmkritiken. Ziemlich oft, wenn ich die Einladung zu einer Pressevorführung bekomme, nehme ich mir das ganz fest vor – und schaffe es dann, zeitlich, eben doch nicht. Aber eins möchte ich unter allen Umständen jedes Jahr wieder für die Redaktion mitmachen: die Lange Nacht der Museen! Das hat nämlich inzwischen schon Tradition.
Obwohl ich mich also seit einer ganzen Weile im ‚neuen Journalismus‘ herumtreibe, habe ich trotzdem weiter für das gute alte Papier gearbeitet.
Peter Felske, Zeitungsveteran großen Kalibers und einer meiner Lieblingschefs, hatte sich in den Kopf gesetzt, ein riesiges Magazin mit traumhaften Bildern herauszubringen: für kleine Hände schwer zu halten. Bevor das erste Exemplar überhaupt gedruckt war, sagten ihm sämtliche Experten voraus, dies sei völlig unzeitgemäß und würde kein halbes Jahr überleben.
Zwischen 2008, vom ersten Heft an, bis zur Winterausgabe 2014 schrieb ich geschichtliche Hamburg-Serien für das Magazin: über die Entwicklung der Stadt und über besondere Menschen, die mit ihr verbunden waren. Selten habe ich mit solcher Hingabe und so großem Vergnügen einen Stoff bearbeitet.