Gut geküsst ist halb verführt von Dagmar Seifert

Dagmar Seifert



Gut geküsst ist halb verführt

Kürzlich habe ich mich über die Beantwortung eines Leserbriefes in einer renommierten Frauenzeitschrift geärgert.
Da fragte ein sicher sehr junges Mädchen wie es sich denn bloß beim Küssen anstellen solle, um sich nicht zu blamieren (ihr stand offenbar endlich der ersehnte erste Treff mit Supermann persönlich bevor).
Ich nehme an, die Fragerin hat die Antwort zerknüllt und an die Wand geworfen.
Denn dort stand etwa: Liebe kleine Freundin, wenn Sie nur ganz Sie selbst sind blablabla...und wenn er Sie wirklich mag blablabla... Es geht doch gar nicht um Technik blablabla... Genießen Sie unbefangen, was sich ergibt!

So etwas finde ich einfach gemein.
Einem armen, vom Lampenfieber geplagten Wurm unbefangenes Genießen zu empfehlen, ist ungefähr, als riefe man einem Epileptiker zu: „Entspann dich doch einfach!“

Es ginge gar nicht um Technik, findet die Briefkastentante.
Wieso denn nicht? Hier hat jemand eine ganz konkrete Frage gestellt, und statt ganz konkreter Tipps bekam er eine Hand voll Plattheiten um die Ohren gehauen.
Ich gebe zu, es ist nicht einfach, zu vermitteln, wie man „richtig“ küsst, zumal der persönliche Geschmack eine Rolle spielt.
Ich will's trotzdem versuchen.

Meinen ersten Kuss bekam ich mit vierzehn von einem Jungen aus meiner Klasse, und wenn ich's mir jetzt so überlege, muss es auch sein erster gewesen sein: Er stopfte mir seine Zunge in den Mund und ließ sie da in Ruhestellung, während mich seine Augen aus nächster Nähe ratlos anstarrten.
Als es mir zu blöd wurde, biss ich zu.
Wirklich, wir waren ganz wir selbst und genossen unbefangen, was sich ergab, Aber bei etwas detaillierteren theoretischen Kenntnissen hätte es lustiger werden können.

Tatsächlich gibt es Leute, die sich nicht viel daraus machen.
Ich respektiere das, obwohl es mich genauso befremdet wie die Missachtung von raffiniert zubereitetem Essen oder ähnlichen Genüssen, die das irdische Leben zu bieten hat.
Möglicherweise gibt es sogar ganz hervorragende Liebhaber, die nichts vom Küssen halten und es nicht praktizieren.
Ich jedenfalls habe immer viel daraus geschlossen, wie einer küsst (und, ganz im Ernst, auch daraus, wie er sein Essen genießt beziehungsweise unachtsam verschlingt oder skeptisch drin rumstochert).

Ich erinnere mich zum Beispiel an einen sehr aufregenden Mann mit zwingenden Augen und brutalem Belmondo-Mund, von dem ich völlig hin und weg war, bis er mich küsste...
Da ging der ganze Zauberflöten, und es wurde auch nicht mehr viel aus unserer Beziehung. Er küsste nämlich leider wie ein freundlicher Riesenschnauzer. Er stülpte mir den brutalen Belmondo-Mund beinahe übers ganze Gesicht und ließ auch noch unordentlicherweise überall Luftlöcher, so dass die Spucke kalt wurde.
In einen verträumten Blonden war ich mächtig verliebt, bis er mir ohne jede Warnung und ohne dass sich unsere Lippen groß berührt hätten, eine kleine, harte, spitze Zunge in den Mund rammte, die fatal an den Penis eines Goldhamsters oder so etwas erinnerte.
Schon war ich entliebt.

Falsch lag meiner Meinung nach auch jener junge Mann, der versuchte, mundwärts durch mechanische Bewegungen den Liebesakt zu markieren.
Als ihm endlich mein Kichern auffiel, blickte er mich todernst an und löste seinen Mund von mir, um zu fragen: „Fühlst du dich meiner Leidenschaft nicht gewachsen?“

Natürlich hat die seelische Sensation großen Anteil am Gelingen.
Wenn Prokurist Schmitz Fräulein Sedelmayer aus der Buchhaltung küsst, weil sie auf dem Betriebsausflug nun mal gerade neben ihm sitzt und weil beide etwas angeschwipst sind, ist die seelische Sensation sicher geringer, als wenn ein geliebter Mann die geliebte Frau, um die er jahrelang gekämpft hat, endlich, endlich in die Arme reißt.

Ein Bekannter von mir, ein netter und ziemlich attraktiver Bursche, erzählte mir, er habe eine kleine Ehefrau getroffen, die mit immerhin siebenundzwanzig Jahren und nach fast neun Jahren Ehe einschließlich zweier Kinder noch nie „richtig“ geküsst worden sei.
Sie kannte bis dahin nur das kurze Aufeinanderpressen der Lippen mit abschließendem Schmatz.
Sie mögen einwenden, was mache das schon? Sie könnte ihr Herz ja an anderen Dingen erquicken, mit ihren Kindern spielen etwa oder noch mehr davon bekommen oder gute Bücher lesen.
Aber mein Bekannter, der nicht nur nett, sondern auch ziemlich ausgekocht ist, nutzte die Situation aus; er weihte sie in „richtiges“ Küssen ein, und er muss es sehr richtig gemacht haben, weil sie nicht lange beim Küssen blieben.
Vielleicht hätte er sie weniger beeindruckt, wenn sie über entsprechende Grundkenntnisse verfügt hätte?
Womit wir beim Ausgangspunkt wären. Konkrete Tipps, bitte!

Ich habe darüber nachgedacht, ob ich einem Frager andere Ratschläge erteilen würde als einer Fragerin, und ich bin zu dem Schluss gekommen: Ja, das würde ich tun. Zwar konnte ich einige Überraschungserfolge einheimsen, indem ich mir ein Mannsbild beim Kinn schnappte und zuerst küsste – die Herren wirkten weder geängstigt noch verletzt.
Doch wenn die Emanzipation mit allem praktischen Nutzwert auch nicht genug gewürdigt werden kann, würde ich es irgendwie für verfehlt halten, wenn ich nun meinerseits gezwungen wäre, dauernd Männer zu küssen, statt geküsst zu werden.

Ich würde einem Mädchen also eher sagen, wie sie reagieren sollte, wenn sie geküsst wird. Und einem Jüngling, wie er die Regie übernimmt.
Wem das nicht gefällt, der darf die folgende Gebrauchsanweisung gern umdrehen.

Zu ihm würde ich sagen: Bedenke, dass es sich beim Küssen mehr um Erotik handelt als um Sexualität.
Es führt dahin, meistens... Aber es ist zunächst ein Spiel, eine Vorspeise, die den Appetit verderben oder anregen, ja geradezu Heißhunger hervorrufen kann, je nachdem wie geschickt oder dusselig du dich anstellst.
Um auf den Vergleich mit der Vorspeise zurückzukommen (ich finde, er bietet sich an): Ein wirklich begnadeter Koch gibt sich ihr bei der Zubereitung mit Haut und Haaren hin, ohne weiteren Gedanken an das Hauptgericht, und er fabriziert sie so, dass seine Gäste den Teller abschlecken und nach mehr röcheln.
Und dann dürfen sie das Hauptgericht ja gern haben.

Wenden wir uns mal dem Handwerkszeug zu.
Oh nein, es geht durchaus nicht nur um den Mund.
Leider glauben das viele Männer.
Sie küssen einen anderen Mund, ohne den dazugehörigen Kopf festzuhalten!
Der schwankt dann manchmal auf dem Hals wie eine Blüte am Stängel, haltlos.
Höre, Kusslehrling: gebrauche deine Hände!
Dann bist du nämlich der Handelnde, derjenige, der die Sache in die Hand nimmt. Du hast die Kontrolle.
Du kannst deine Finger in ihr Haar graben (vorausgesetzt, sie trägt nicht gerade eine komplizierte Hochsteckfrisur oder etwas gebauschtes, Gespraytes, dem anzusehen ist, dass die Trägerin das Gebilde nicht zerstört haben will.
In dem Fall kannst du ihr Kinn heben.)
Die klassische Methode besteht darin, ein Gesicht mit beiden Händen zu umfassen und nach einem tiefen Blick in die Augen zur Tat – also zum Kuss – zu schreiten. Du kannst dann sogar ganz mühelos ihrem Kopf die kleine Drehung verpassen, die es braucht, damit ihr nicht eure Nase aneinander stoßt.

So, jetzt kommen wir zum Mund.
Ich würde gern deine Haut hellhörig machen.
Auf den Lippen ist die besonders weich und empfindlich und empfindsam, und innen in den Lippen sind bewegliche Muskeln.
Versuch mal, etwas Zucker mit diesen beweglichen Greifern aus deiner eigenen Handfläche aufzumumpfeln wie ein braves Pferd, um ein Gefühl zu bekommen für die Möglichkeiten, die allein in deinen Lippen liegen.

Hier ist der hübsche weibliche Mund, auf den du es abgesehen hast.
Lehne erst mal deine Lippen dagegen, ganz vorsichtig, und koste das Weiche und Süße, wie man vor einem Spaziergang direkt vor der Haustür stehenbleibt und mit einem tiefen Atemzug die Luft probiert.
So, und jetzt schüttelst du den Kopf, ganz langsam, in Zeitlupe.
Erstens ist Reibung erotisch, und zweitens liegt im Kopfschütteln der Ausdruck tiefen Gefühls.
Hast du mal ein tränenüberströmtes Mädchen gesehen, das in einem Hollywoodfilm etwas beteuert?
Du wirst sehen, dass sie nicht anders kann: „Ich habe Edward immer geliebt!“ schluchzt sie und schüttelt langsam dabei den Kopf.
Das wirkt aber nicht so, als wolle sie sich selbst Lügen strafen. Es sieht einfach nach tiefem Gefühl aus.
Regisseure verstehen etwas von Körpersprache.

Jetzt darfst du etwas Gas geben und den Druck verstärken. Wird ihr Atem ein bisschen stärker? Und wirkt es auch auf dich?
Siehst du, das war die erste kleine Steigerung.
Und wenn du kein Dummkopf bist und nicht Hals über Kopf alles auf einmal auskippst, was du im Füllhorn hast, kannst du eine Steigerung auf die andere setzen wie die Stufen einer Wendeltreppe, die nach oben führt.

Nach allem, was ich gehört habe, gibt es tatsächlich Frauen, die gar nicht gern mit der Zunge geküsst werden wollen.
Es gibt ja auch Leute, die nicht gern Schnecken essen. Ich habe immer gefunden, wer sich ekelt, hat weniger vom Leben, aber es ist sicher schwer, dagegen anzugehen.
Da wären wir wieder beim Essen angelangt.
Ich kann mir vorstellen, dass es möglich sein müsste, durch super gelungene Schokoladenpuddings, köstliche Artischockensalate und unvergleichliche gespickte Rehrücken so zu überzeugen, dass der Gast auf den Tisch haut und ausruft: „Verdammt noch mal, bei diesem hervorragenden Meister der Küche probiere ich auch mal Schnecken, er wird mich nicht enttäuschen!"

Das, was mein netter Bekannter der Ehefrau beibrachte – was er mit „richtigem“ Küssen bezeichnete – das, was eine Thailänderin pikiert so schilderte: „Die Europäer lecken sich wie Hunde!“ und das, was der elegante junge Engländer, mit dem ich auf einem Parkplatz in Kent ein Viertelstündchen auf seine Eltern wartete, meinte, als er sich zurücklehnte und seufzte: „Oh, ich schätze wirklich diese Art zu küssen, die ihr auf dem Kontinent anwendet“ – das alles bezieht sich auf das Küssen mit der Zunge.

Sicher, Zunge ist kein besonders schönes Wort, und so ein roter Lappen sieht auch nicht gerade umwerfend hübsch aus, aber er vermittelt angenehme Gefühle.
Das wissen schon kleine Babys, die sich zwanglos alles in den Mund stopfen, was ihnen begegnet. Später wird ihnen das dann abgewöhnt, manchmal zu gründlich. Schade.

Natürlich sind Zungen verschieden.
Hast du nun mal eine eher kürzere solche, wäre es verfehlt, krampfhaft zu versuchen, ihre Mandeln zu erreichen. Sicher sollst du nicht einfach dein Sprechwerkzeug in ihrem Mund parken, aber es besteht auch keine Notwendigkeit, hektisch nach Zahnplomben zu suchen. Schließlich hat sie auch eine Zunge – sollte mich jedenfalls wundern, wenn nicht – und die wird dir nun begegnen.
Streichle sie, umarme sie, tanz mit ihr.

Aber mach nicht den Fehler, vor lauter Konzentration aufs Drinnen das Draußen zu vergessen.
Richtig nett wird die Sache erst, wenn du weiterhin deine Lippen bewegst (und pass auf, dass du nicht ausrutschst und den Außenbezirk zu nass hältst, das kann dann leicht ungemütlich werden).

Solltest du wirklich eine besonders kleine und kurze Zunge haben, kannst du Spezialist darin werden, nur ihre Spitze zu benutzen und nur die Zungenspitze deiner Partnerin anzusprechen. Wer das gekonnt macht, kann ganze Völkerscharen und sich selbst zum Irrsinn treiben.

Bringst du vor lauter Zunge sowieso kaum ein deutliches Wort raus, erspar es dem armen Mädchen, das gesamte Ding aufzunehmen, bis sie „umpf“ sagt und blau anläuft.

Ich glaube, es ist selten erfolgreich, eine Zunge beim Kuss zu hart und spitz (siehe Goldhamster) zu halten.
Eben so wenig kommt es aber an, zu weich zu agieren. Ich erinnere mich an die Schreckensgeschichten von Rolf, dem Referendar, von dem meine Freundinnen berichteten, er küsse ‚wie rohe Leber‘.

Jetzt könnte man glauben, die junge Fragerin ihrerseits hätte wirklich nichts anderes zu tun, als ihre Lippen hinzuhalten. Hat sie aber doch.

Da ich Frauen nicht zu küssen pflege, habe ich verschiedene Männer befragt, wie es ihnen am genehmsten ist, bemüht um einen repräsentativen Querschnitt.
Ältere und jüngere, Beamte und Künstler, einen Teil der Bundeswehr – fünf oder sechs Mann, glaube ich – sowie einen richtigen, echten Millionär habe ich abgehakt.
Im Großen und Ganzen waren sich alle so einig, dass ich glaube, bestimmte Richtlinien geben zu können. Und darauf wollen wir ja schließlich hinaus.

Als eine Freundin von mir, damals im Internat, mit ihrem Schwarm losstiefelte, dem ersten Kuss entgegen, riefen wir Zimmergenossinnen ihr boshafterweise aus dem geöffneten Fenster hinterher: „Und vergiss nicht, den Mund schön weit aufzumachen!“
Das war nicht nur gemein, das war auch falsch; das sperrangelweite Aufreißen signalisiert entweder blutiges Anfängertum – hat mal was davon gehört, wie's geht – oder sinnlose Gier.

Deshalb solltest du jedoch den Mund nicht zusammenkneifen wie eine Pharaonen-Mumie.
Auch du hast ja Muskeln in den Lippen und darfst damit ein bisschen herumknabbern. „Weiche“ Lippen sind sehr erwünscht.

Schließ die Augen – du wirst merken, dass es fast von selbst geschieht. Du kannst dich noch besser auf das Fühlen konzentrieren und dein Partner wird sich über den Anblick deiner seidigen Wimpern freuen: geschlossene Augen wirken so hingebungsvoll.

Ein Fotograf verriet mir, er liebe „die süßen kleinen Geräusche“, die Frauen beim Küssen von sich geben, so ein Gurren und Stöhnen.
Nun würde ich nicht empfehlen, das zu Hause zu üben oder sich auf bestimmte Geräusche festzulegen. Wenn sie dir aber von selbst in die Kehle steigen, ist das sicher ein kleines Loblied auf die Fähigkeiten deines Partners.

Wo lässt du deine Händen? Du machst nichts falsch, wenn du beide Arme (am liebsten nackte Arme, aber das ist eine Frage der Situation und der Witterung) fest um seinen Hals schlingst und ebenso, wenn du sanft seine Nackenhaare kraulst.
Das haben sich zumindest alle von mir Befragten gewünscht, und fast alle hofften auf Anschmiegsamkeit des ganzen Körpers.
Einer erinnerte sich an ein besonders süßes Mädchen, das zu seinem Entzücken plötzlich sein Hemd aufknöpfte und eine kleine, warme Hand auf seine bloße Brust legte.

Nur ein einziger erklärte unverblümt, er habe nicht das Geringste dagegen, wenn sie mit den Händen sehr, sehr frech würde.
Dazu möchte ich sagen: Das mag effektvoll sein durch das Schockerlebnis, aber ich finde es raffinierter, so etwas nur anzudeuten.
Wenn du etwa deine Fingerspitzen in seinen Gürtel hakst und den Rest seiner Phantasie überlässt, ist das vielleicht sogar anregender und bestimmt sehr erotisch.

Eine Sehnsucht kehrte bei allen Männern immer wieder: die nach Zärtlichkeit. Fast alle sagten es mit einem ganz bestimmten, leicht sentimentalen Unterton in der Stimme – sie könnten es schwer in Worte fassen und es sei technisch kaum zu erklären, aber am schönsten wäre es, zärtlich von einer Frau geküsst zu werden.

Bedenk das, kleine Schwester! Denk daran, wie schwer sie es haben.
Noch vor kurzem waren sie kleine Jungen, die nicht heulen durften, wenn sie sich ihr Knie aufschlugen.

Ich stelle es mir fürchterlich strapaziös vor, heutzutage ein Mann zu sein.
Die Gesellschaft erwartet inzwischen von ihnen, stahlhart und gleichzeitig supersensitiv zu sein. Aber heulen dürfen sie eigentlich immer noch nicht, jedenfalls gucken die meisten Leute nach wie vor recht betreten, wenn ein Mann in Tränen ausbricht.

Siehst du, wie sehr sie Zärtlichkeit brauchen? Ich denke, dass für beinahe jeden Mann, sogar den weiberfeindlichen Asketen mit den fanatischen Augen, Zärtlichkeit der wunde Punkt ist.
Er kann sich nämlich drehen, wie er will, er ist von einer Frau geboren und hat tief in sich das Bedürfnis nach weiblicher Wärme.

Diese Gebrauchsanweisung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Alle Angaben sind ohne Gewähr. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen...

Ja, und dann ist sie sehr sachlich, die Gebrauchsanweisung.
Ist jetzt der Zauber kaputt? Ich hoffe nicht.
Ich hoffe, dass immer noch genug Herzklopfen entsteht durch die Person, in die man verliebt ist und die plötzlich so nahe ist.
Die kleine Fragerin soll ja nicht dieses Blatt schräg über seine Schulter halten und beim Küssen mitlesen.
Sie soll sich nur ein bisschen orientieren können.

Um ein letztes Mal vom Kochen zu sprechen: Küchen-Genies würzen selbstredend aus der Intuition heraus und fügen plötzlich, aus reiner Eingebung, etwas Zimt und Ingwer sowie einen Schuss Orangensaft zur Bratensoße.
Aber ganz am Anfang haben auch sie zuerst aus dem Kochbuch gelernt, wie man eine „weiße Grundsoße“ herstellt und was „pochieren“ ist. Ja?

Küsschen!

Erschienen in Cosmopolitan