Der Winter der Libelle von Dagmar Seifert

Dagmar Seifert

Der Winter der Libelle
Cover: Der Winter der Libelle
Eine Hamburger Arztgattin, die ein müßiges, etwas langweiliges Leben führt, gerät plötzlich, hochschwanger und in einem besonders kalten Winter, ins Obdachlosenmilieu.

Eine Bekannte erzählte mir, dass eine ‚Dame der Gesellschaft‘ in Köln durch verschiedene Umstände zu den Pennern abgerutscht war und einige Monate lang ‚Platte machte‘, also auf der Straße schlief.
Da sie im Prinzip gebildet und außerdem gutaussehend war (zwei nicht zu unterschätzende Faktoren) gelang es ihr, sich da wieder heraus zu arbeiten.

Ich dachte mir die erschwerenden Umstände eines harten Winters und einer Schwangerschaft dazu, erfand meine verwöhnte Lilly und ließ sie statt in Köln in Hamburg umherirren.
Die Recherche erforderte besonders viel Zeit und brachte mich teilweise in engen Kontakt mit der Szene der Stadtstreicher. Dabei beeindruckte mich besonders, wie kameradschaftlich viele von ihnen zusammen hielten.

Einen Nachmittag lang verkaufte ich auf der Straße Hinz & Kunzt, das Hamburger Obdachlosenmagazin und ich saß an einem anderen Nachmittag bettelnd auf der Mönckebergstraße.

Der Winter der Libelle ist bis jetzt das Buch, mit dem ich selbst am meisten zufrieden bin.